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Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar war die 22. Austragung des bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften. In einem spektakulären Endspiel gewann Argentinien den Titel gegen Frankreich nach 1978 und 1986 zum dritten Mal. Die sechs Treffer im Finale bedeuteten zugleich einen neuen Tore-Rekord. Denn mit insgesamt 172 Tore wurden drei Treffer mehr erzielt als vier Jahre zuvor in Russland. Die bisherige Bestmarke bei einem WM-Turnier von 171 Toren, die bei der WM 1998 und 2014 erreicht wurden, wurde damit um ein Tor überboten. Im Durchschnitt gab es 2,69 Tore je Spiel zu bejubeln.

Tore sind nicht nur das Ergebnis von Kreativität und intelligenten Spielzügen innerhalb einer Mannschaft. Studien ergaben, dass 47 % aller Tore durch Zufall entstehen, z.B. durch Fehler des Gegners, durch abgefälschte Bälle, Abpraller von Pfosten oder Latte u.a.. Neben der Analyse, wie Treffer erfolgreich vorbereitet wurden, ist für Torwarttrainer interessant, aus welchen Bereichen des Spielfeldes Tore erzielt wurden, um mit diesem Wissen den Torhüter auf das bestmögliche Verhalten in der jeweiligen Spielsituation vorzubereiten.

Die meisten Tore aus Strafraum heraus erzielt

Eine Zahl der WM 2022 in Katar ist überaus bemerkenswert, wie die folgende Grafik zeigt:

95 % aller Tore wurden von innerhalb des Strafraums erzielt, nur 5 % (8) von außerhalb. Betrachtet man das Ergebnis noch genauer, fielen 26,9 % der Tore innerhalb des 5-m-Raumes, 67,2 % innerhalb des Strafraumes, den 5-m-Raum nicht eingerechnet. Nicht berücksichtigt sind bei diesem Ergebnis Tore durch Strafstöße.

Die torgefährlichsten Zonen

Wenn man einen Blick darauf wirft, aus welchen Zonen des Spielfeldes die meisten Tore erzielt wurden, ergibt sich ein nicht weniger klares Bild.

WM 2022 Toranalyse

Ganz grundsätzlich kann man sagen, dass die mittlere Zone vor dem Tor, die sich von der einen Linie des 5-m-Raumes bis zur anderen erstreckt (A 1-3), die eigentlich torgefährliche Zone ist. Denn 90,3 % aller Tore fallen aus diesem Raum. Unterteilt man diesen Großraum noch genauer, erkennt man, dass besonders vielen Tore aus der Mittelzone zwischen 5-m-Linie und dem Elfmeterpunkt (A 2) fallen, nämlich mit 46,2 % nahezu die Hälfte aller Tore. Sie ist damit – wenig überraschend - die mit Abstand torgefährlichste Zone auf dem Spielfeld. Diese Zone ist für den Torhüter besonders schwer zu verteidigen, weil er zum einen durch den meist geringen Abstand zum Schützen nur eine kurze Reaktionszeit hat und ihm zum anderen oft zu wenig Zeit bleibt, durch einen Block oder Ballangriff den Ball frühzeitig zu sichern, bevor er zur Gefahr wird.

Wenig Torgefahr geht hingegen von anderen Zonen des Spielfeldes aus. 6,9 % der Tore wurden aus der von Schützen aus gesehen linken Zone des Korridors (B 1-3) von der 5-m-Linie bis zur Strafraumlinie erzielt. Auffallend ist, dass die meisten Tore aus diesem Korridor von der am weitesten entfernten Zone (B 3) erzielt wurden. Schützen aus dieser Zone war vor allem mit einem Schlenzer über den Torhüter hinweg ins lange Toreck erfolgreich. Noch weniger Tore wurden aus dem gegenüberliegenden Bereich (C) erzielt, nämlich gerade einmal 2,8 %.

Wie bereits erwähnt, wurden nur 5 % aller Tore von außerhalb des Strafraumes erzielt. Dieses Ergebnis zeigt, dass die meisten Mannschaften bei der WM in Katar versuchten, durch schnelles Kombinationsspiel innerhalb des Strafraumes oder durch Zuspiele von außen mit einem Abschluss vor dem Tor zum Torerfolg zu kommen.

Analyse

Artur Stopper

Artur Stopper

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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