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Nun also doch. Der Wechsel von Yann Sommer zum FC Bayern ist nach einem langen Poker nun perfekt. Bereits seit einiger Zeit war der Schweizer Nationaltorhüter in Diensten von Borussia Mönchengladbach als möglicher Ersatz für den langzeitverletzten Nationaltorhüter Manuel Neuer gehandelt worden. Nach einigem hin und her ist nun der Wechsel vollzogen worden. Der 34-jährige Schlussmann wird nach erfolgreichem Medizincheck beim Rekordmeister Bayern München einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Die Ablöse für Sommer beläuft sich auf acht Millionen Euro fix. Des Weiteren könnten Bonuszahlungen in Höhe von 1,5 Million Euro anfallen, bestehend aus Prämien für Meisterschaft und Champions League-Sieg.

Gladbacher Entscheider denken um

Noch zu Beginn des Monats hatte Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus seinen Stammkeeper noch für unverkäuflich erklärt. Offenbar war diese Erklärung nur Teil der Verhandlungstaktik. Dass Mönchengladbach ihren seit Jahren absoluten Leistungsträger im Team nun abgegeben hat, hat verschiedene Gründe. Zum einen läuft der Vertrag des Schweizers am Saisonende aus, was bedeutet hätte, dass die „Fohlen“ ihren Ausnahme-Keeper ablösefrei hätten ziehen lassen müssen. Durch die vorzeitige Freigabe des Keepers an die Bayern kassieren die Gladbacher immerhin eine üppige Ablösesumme, die deutlich höher liegt als die vier Millionen, die die Bayern zunächst für Gladbachs Stammtorhüter bezahlen wollten. Das Umdenken der Gladbacher Verantwortlichen zeigt wieder einmal, dass bei einem finanziellen Angebot der Kategorie "unmoralisch" Standpunkte schnell verändert werden können.

Nicht weniger entscheidend als der finanzielle Aspekt war für die Gladbacher Verantwortlichen aber die Möglichkeit, dass sie zeitgleich mit dem Wechsel ihres Stammkeepers seinen Nationalmannschaftskollegen Jonas Omlin vom französischen Erstligisten HSC Montpellier loszueisen konnten. Mit dem 29-jährigen Schweizer haben die Gladbacher einen adäquaten Ersatz gefunden und zugleich in die Zukunft investiert, und das genau für jene Summe, die das Team vom Niederrhein nun in etwa vom FCB kassiert.

Yann Sommers Verpflichtung war alternativlos

Eigentlich gab es für die Bayern auch keine wirkliche Alternative mehr zur Verpflichtung des Gladbacher Torwarts. Der eigentliche Wunschkandidat war Alexander Nübel, den die Bayern an den AS Monaco verliehen hatten. Dessen Rückkehr an die Isar zerschlug sich aber doch vor wenigen Tagen, wie Berater Berater Stefan Backs bei SPORT1 bestätigte. Der Hauptgrund: Die Franzosen hatten für Nübel auf die Schnelle keinen adäquaten Ersatz rekrutieren können. Auch Nübels Begeisterung für die Bayern hielt sich in Grenzen, weil seine sportliche Situation bei einer Rückkehr Manuel Neuers in den Trainingsbetrieb zu unklar war. Schon einmal hatte er die meiste Zeit hinter dem deutschen Nationaltorhüter auf der Ersatzbank verbracht, was für seine weitere sportliche Entwicklung nicht förderlich war.

Gerüchte um ein angebliches Interesse der Münchener an Nationaltorhüter Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt oder den gerüchteweise gehandelten Keylor Navas von Paris Saint-Germain, Kroatiens Nationaltorhüter Dominik Livakovic von Dinamo Zagreb und Marokkos WM-Held Bono, der beim spanischen Erstligisten FC Sevilla unter Vertrag steht, scheinen eher medialen Gedankenspielen entsprungen zu sein als der Realität.

Letztlich lag wohl das Augenmerk der Bayern vor allem auf der Rückholaktion Alexander Nübels, der bei den Bayern mittelfristig sowieso der Nachfolger Neuers werden soll, und auf Yann Sommer, der seit Jahren europaweit zu den besten Keepern zählt und bereits im Vorfeld im Herbst seiner Karriere einen Transfer zu den Bayern selbst nachdrücklich hinterlegt hatte. Denn der Wechsel zu den Bayern bietet ihm noch einmal die Chance, in einem europäischen Top-Team um internationale Titel spielen zu können. Zudem hatte Yann Sommer bereits vor Beginn dieser Saison geäußert, dass er nach mehr als achteinhalb Jahren bei Borussia in seiner Karriere noch einmal eine neue Herausforderung annehmen möchte.

Da das Transferfenster nur noch bis zum 31. Januar geöffnet und der Torhüter-Markt im Moment leergefegt ist, standen die Bayern-Verantwortlichen nun unter Zugzwang und mussten schweren Herzens den üppigen Ablösebetrag für Yann Sommer akzeptieren, denn eine wirkliche Alternative zum Schweizer gab es wohl nicht mehr.

Spannend dürfte vor allem Yann Sommers Zukunft in München über diese Saison hinaus sein. Denn Neuer wird nach seiner Verletzung wohl schwerlich auf seine gewohnte Stammposition zwischen den Pfosten verzichten wollen. Dass sich Yann Sommer dann mit der Reservistenrolle zufriedengeben wird, erscheint eher unwahrscheinlich. Eine Rolle als Lückenfüller kann man sich bei einem Torhüter seiner Klasse jedenfalls nur schwer vorstellen.

Blickpunkt1. BundesligaFC Bayern MünchenBorussia MönchengladbachYann Sommer

Artur Stopper

Artur Stopper

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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