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Die aktuelle Situation auf Schalke in Sachen Alexander Nübel ist klar. Der Vertrag des 22-jährigen U21-Nationaltorhüters läuft im nächsten Sommer aus. Schalke möchte das Engagement fortsetzen und gibt sich dazu momentan alle erdenkliche Mühe. Allerdings ist die Situation für die Schalker Verantwortlichen nicht einfacher geworden, nachdem Nübel bei der kürzlich zu Ende gegangen U21-EM zum besten Torwart des Turniers gewählt worden ist. Dadurch hat die bereits schon stattliche Zahl an Interessenten an einer Verpflichtung des Schalker Talents aus dem In- und Ausland noch zugenommen. Klangvolle Namen sind darüber. Unter anderem sollen der FC Bayern München, der FC Barcelona sowie Paris St. Germain unter den Interessenten sein.

Christian Heidel versäumte frühzeitige Vertragsverlängerung

Dass es überhaupt so weit kam, verdankt der Verein der unerklärlichen Zurückhaltung des vormaligen Sportvorstands Christian Heidel, der es während seiner Amtszeit straflicherweise unterlassen hatte, Nübel eine langfristige Beschäftigung anzubieten, als der talentierte Nachwuchskeeper den verletzten damaligen Stammtorhüter Ralf Fährmann in einem halben Dutzend Spielen überzeugend vertreten hatte. Damals hätte der junge Torhüter ein Schalker Angebot noch als große Ehre empfunden. Seine Enttäuschung über die fehlende Wertschätzung in dieser Phase brachte Nübel vor kurzem zum Ausdruck: „Ich habe ja letztes Jahr ein paar Spiele gemacht, da kam nichts.“ Und auch in der „Sport Bild“ hatte er dazu erklärt: „Als Schalke 04 hätte ich sicher anders agiert, aber ich kenne die Strategie des Klubs nicht. Aus diesem Grund ist es müßig, darüber nachzudenken.“

Die Situation hat sich nun grundlegend verändert. Inzwischen kämpft der FC Schalke 04 um den Verbleib des U21-Nationaltorhüters und legte dem 22-Jährigen ein Angebot zur Vertragsverlängerung vor, wie der Fußball-Bundesligist bestätigte. Allerdings ist inzwischen Schalkes Position vom starken Arbeitgeber zum Bittsteller verkümmert. Von Nübel fehlt bisher ein Bekenntnis zum Verein, auch hat er den Vertrag noch nicht verlängert.

Welche Optionen bieten sich Nübel?

In der momentanen Situation hat Alexander Nübel, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird, mehrere Optionen, zwischen denen er auswählen kann:

Variante 1: Nübel erfüllt Vertrag bis 2020

Die erste Variante, die Alexander Nübel wählen könnte, ist, weiterhin als Nummer eins seinen bis 2020 laufenden Vertrag zu erfüllen. Sein Vorteil: Am Ende der Vertragslaufzeit im Sommer 2020 stünden ihm nach entsprechenden Leistungen alle strategischen und marktwirtschaftlichen Freiheiten offen. Schalke 04 würde allerdings dabei leer ausgehen, denn der talentierte Schlussmann könnte ablösefrei zu einem anderen Verein nach Wahl wechseln.

Variante 2: Nübel nimmt Schalker Angebot wahr

Wie die „Bild“ berichtet, bietet der Verein Alexander Nübel eine Vertrag mit einer Laufzeit bis 2023 inklusiv einer deutlichen Gehaltserhöhung an. Außerdem soll der Vertrag eine Ausstiegsklausel beinhalten, die ab 2021 greifen könnte. Auch weitere Bonuszahlungen dürften wohl nicht fehlen. Der Verein wollte sich dazu nicht äußern. Diese Variante würde sowohl dem Verein durch die Zahlung einer Ablösesumme zugute kommen, Alexander Nübel hingegen könnte zusammen mit seinem Berater so ziemlich alle Optionen einfordern, die er sich für den weiteren Verlauf seiner Karriere offen halten will.

Variante 3: Nübel lehnt Angebot ab

Sollte Nübel das Schalker Angebot nicht annehmen, müssten die Königsblauen das Talent noch in diesem Sommer verkaufen, um noch eine Ablöse zu erzielen. Vorsorglich haben die Knappen mit dem 21-jährigen Markus Schubert von Dynamo Dresden bereits einen weiteren U21-Nationaltorhüter ins Boot geholt. Das 1,84 m große Jungtalent dürfte dann auf einen begehrten Bundesliga-Stammplatz hoffen. Außerdem hat der vormalige Stammtorwart Ralf Fährmann seinen Vertrag mit Schalke noch mal um ein Jahr verlängert, bevor er den Dienst beim Premier-League-Aufsteiger Norwich City aufgenommen hat. Auf diese Weise haben die Schalker Verantwortlichen eine weitere Absicherung eingebaut, falls Nübel den Verein erst 2020 verlassen sollte.

Dass Alexander Nübel noch in diesem Sommer von einem Verein gegen eine hohe Ablösesumme unter Vertrag genommen wird, erscheint als die am wenigsten wahrscheinliche Variante. Wahrscheinlicher ist, dass interessierte Vereine die hohe Ablösesumme umgehen wollen und den Schalker Keeper zu billigeren Bedingungen verpflichten wollen. Vielleicht greift aber noch ein Verein zu, bei dem finanzielle Gesichtspunkte bei der Entscheidung über eine Spielerverpflichtung nicht an erster Stelle stehen müssen. In Kürze wird der 22-Jährige aus seinem Urlaub nach der U21-Europameisterschaft zurückkehren und wieder ins Training einsteigen. Dann wird er sich entscheiden müssen, wohin sein weiterer Weg führt.

Blickpunkt1. BundesligaFC Schalke 04Alexander Nübel

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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