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Über viele Jahre war Roman Bürki Stammtorhüter bei Borussia Dortmund. Aber seit dieser Saison gibt es für den 31-jährigen Schweizer beim BVB keine sportliche Zukunft mehr. Denn im Sommer setzte der Verein Bürki mit seinem Landsmann Gregor Kobel, der vom VfB Stuttgart zu den Borussen wechselte, einen neuen Keeper vor die Nase. Der 24-Jährige gilt als die Schweizer Torwarthoffnung für die Zukunft. Spätestens nachdem der BVB auch den Vertrag mit dem langjährigen Ersatztorhüter Marwin Hitz verlängert hatte, war klar, dass Roman Bürki in Dortmund keine Rolle mehr spielen würde. Noch im Mai waren ihm die BVB-Herzen zugeflogen, als er im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig (4:1) eine überragende Vorstellung ablieferte und einer der Hauptgaranten dafür war, dass Borussia Dortmund zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte den Pokal holte.

Seit Marco Rose auf dem Abstellgleis

Doch spätestens mit der Ankunft des neuen BVB-Cheftrainers Marco Rose im Sommer war seine Zeit beim BVB abgelaufen. Ab sofort stand er auf dem Abstellgleis, sein Platz war fortan meist auf der Tribüne. Da die Chancen, Bürki noch mal im Trikot des BVB auf dem Platz zu erleben, überaus gering sind, war der Verein bereits im Sommer bemüht, seine frühere Nummer eins zu verkaufen. Der Ex-Freiburger kokettierte mit einem Wechsel nach Spanien, Italien oder Frankreich. Doch dieser kam nicht zustande. Die Suche nach einem Abnehmer für den Großverdiener gestaltete sich schwierig. Denn Medienberichten zufolge soll Bürki bei Borussia Dortmund rund fünf bis sechs Millionen Euro verdienen. Bisher fand sich kein Verein, der diese Gehaltsvorstellungen des Schlussmanns erfüllen kann und zudem bereit ist, eine Ablöse für ihn zu bezahlen.

Zumindest eine Anfrage seines Ex-Verein FC Basel war da. Sie verlief aber im Sand, weil der 31-Jährige nach Sky-Informationen bei seinem bisherigen Gehalt keine Abstriche machen wollte. Und genau das ist das Problem: Schließlich hatten die BVB-Verantwortlichen seinen Vertrag erst im Juni 2020 vorzeitig bis 2023 verlängert, und zwar damals noch zu Stammkeeper-Konditionen. Jeder Tag, an dem der Schweizer die Tribüne und nicht das Tor von Borussia Dortmund hütet, schmerzt also den Verein finanziell enorm.

Winter-Transferfenster als mögliche Chance

Roman Bürki hat nun ein Halbjahr ohne Einsatz hinter sich. Daran wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Dortmund nichts ändern. Mit der Öffnung des Winter-Transferfensters könnten sich für ihn eventuell neue Möglichkeiten ergeben. Und Interessenten scheinen durchaus vorhaben. Wie die aserbaidschanische News-Seite Sportinfo.az Ende Dezember zuerst berichtete, soll der dortige Spitzenklub Qarabag Agdam Interesse an einer Verpflichtung Bürkis gehabt haben, weil bei dem Conference-League-Teilnehmer zwei Torhüter verletzungsbedingt ausgefallen waren. Eine Leihe bis Saisonende schien möglich. Laut BILD soll sogar bereits ein Angebot des Tabellenführers der aserbaidschanischen Liga vorgelegen haben, allerdings nur für ein Leihgeschäft bis Saisonende. Der Vertrag kam aber nicht zustande.

Ein weiterer Interessent war der französische Erstligist AS Saint-Etienne. Beim Schlusslicht der Ligue 1 hatte sich die eigentliche Nummer eins des Klubs, der 21-jährige Engländer Etienne Green, verletzt. Die Franzosen hatten also dringenden Handlungsbedarf auf der Position des Torhüters. Aber wieder gingen die Vorstellungen der beiden Klubs auseinander. Während Borussia Dortmund das Kapitel Roman Bürki endgültig beenden und den Keeper verkaufen wollte, waren die Verantwortlichen des AS Saint-Etienne nur an einem Leihgeschäft interessiert. Bei einer Leihe würde der BVB zwar für einige Monate das Gehalt einsparen, im Sommer würde der teure Bankdrücker aber wieder nach Dortmund zurückkehren. Der BVB würde den 31-Jährigen aber gerne von der Gehaltsliste streichen. Da die Franzosen inzwischen die Verpflichtung von Paul Bernardoni, der per Leihbasis vom SCO Angers kommt und bis zum Saisonende bleibt, bekannt gegeben haben, können die Dortmunder wieder einmal die Verhandlungen ad acta legen.

Das Winter-Transferfenster ist in Deutschland noch bis zum 31. Januar geöffnet. Ob sich ein Wechsel oder Leihgeschäft bis zu diesem Zeitpunkt realisieren lässt, steht in den Sternen. Die Klubsuche geht jedenfalls weiter. Sicherlich wird es aber nicht viele Vereine geben, die ein Gehalt in dieser Größenordnung stemmen können oder wollen, zumal Bürki mit 31 Jahren eher schon in der Endphase seiner Karriere angekommen ist. Andererseits kann es Bürkis sportlichen Ambitionen nicht genügen und entspricht auch nicht seinem zweifellos vorhandenen Leistungsvermögen, in Dortmund bis zum Vertragsende die Nummer 3 zu sein. Wenn sich Bürki nicht dauerhaft mit dieser Rolle abfinden will, wird auch er sich finanziell bewegen müssen.

Blickpunkt1. BundesligaRoman BürkiBorussia Dortmund

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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