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Es ist noch keine 18 Monate her, als Alexander Nübel als das größte Torwarttalent in Deutschland galt. Mit seinem Wechsel vom FC Schalke 04 zum deutschen Meister Bayern München schien sein Weg als Nachfolger von Manuel Neuer zwischen den Pfosten der Münchener vorgezeichnet. Doch es kam anders. Bei seinem Wechsel zum Rekordmeister hatte er sich auf die Zusage verlassen, dass er in München mehr sein wird als der stille Reservemann. Ein Trugschluss, wie sich bald herausstellte. Denn statt zahlreicher Einsätze folgte für ihn die Zuschauerrolle.

Da ein junger Torhüter aber vor allem Spielpraxis braucht, um sich weiterentwickeln zu können, wechselte er zur Saison 2021/22 für zwei Jahre auf Leihbasis zum französischen Spitzenklub AS Monaco. "Ich spiele zweimal pro Woche auf hohem Niveau, das war mein Ziel", vermittelte Nübel seinen Wechsel als richtige Entscheidung. Nach nun einem halben Jahr bei den Monegassen zog der gebürtige Paderborner ein durchwachsenes Zwischenfazit. „Ich bin noch nicht da, wo ich sein will", sagte Nübel. „Die Statistik könnte besser aussehen, aber unzufrieden bin ich nicht." In 19 Ligaspielen hat er 23 Gegentore kassiert. „Dennoch sei die Entscheidung für Monaco "richtig" gewesen.

Scharfe Kritik französischer Medien

Dieses Gefühl könnte sich in absehbarer Zeit ändern. Denn obwohl sich Alexander Nübel nach anfänglichen Problemen in den vergangenen Wochen in Monaco stabilisiert hat, fällt das Zwischenfazit der französischen Medien, besonders der renommierten französischen Zeitung L‘Équipe über den jungen deutschen Schlussmann verheerend aus. Das Blatt führte den schwachen sechsten Platz der AS Monaco in der Ligue 1 besonders auf die fehlende Produktivität der Neuzugänge zurück. Neben den anderen Neuzugängen Myron Boadu (AZ Alkmaar), Ismail Jakobs (1. FC Köln) und Jean Lucas Oliveira (Olympique Lyon) schoss sich die Zeitung vor allem auf die Bayern-Leihgabe ein. Alexander Nübel sei „die größte monegassische Enttäuschung“. Die in den vergangenen Wochen gewonnene Stabilität und Verbesserung Nübels seien nur deshalb auffällig, weil seine ersten Einsätze im Monaco-Tor „katastrophal“ gewesen seien, resümierte das Blatt weiter. Die Probleme des ursprünglich in München als Nachfolger von Manuel Neuer eingeplanten Keepers würden ihn sogar gemeinsam mit Xherdan Shaqiri, der bei Olympique Lyon bereits vor dem Aus steht, zur größten Enttäuschung des Sommer-Transferfensters machen.

Von den französischen Medien erhält der Ex-Schalker momentan ordentlich Gegenwind, die Leihe zum AS Monaco verläuft für ihn nicht ganz wie geplant. Hinzu kommt, dass die Entlassung von Monacos Cheftrainer Nico Kovac, der den Schlussmann zu den Monogassen geholt hatte, die Situation für Nübel nicht einfacher macht. Denn bei jeder Verpflichtung eines neuen Trainers werden die Karten neu gemischt, so auch beim AS Monaco. Nübel muss sich daher bei einem neuen Coach erst einmal wieder durchsetzen, ansonsten könnte ihm in der Rückrunde eine Degradierung auf die Bank drohen. Das wäre für die deutsche Torhüterhoffnung zweifellos der „Worst Case“.

Blickpunkt1. BundesligaAlexander NübelAS MonacoFC Bayern München

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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