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Bundesligist SC Freiburg konnte am Wochenende mit einer guten Nachricht aufwarten. Stammtorhüter und Eigengewächs Alexander Schwolow verlängerte seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag. Über die genaue Laufzeit machte der Sport-Club am Freitag wie gewohnt keine Angaben. Die Breisgauer setzen auf der Torhüterposition also weiter auf Kontinuität.

Ein Kind der Freiburger Fußballschule

Seit 2008 trägt der gebürtige Wiesbadener, der mit 16 Jahren in die Freiburger Fußballschule wechselte, schon das Trikot des SC Freiburg. Nur in der Saison 2014/15 streifte Schwolow kurzzeitig ein anderes Trikot über, als er in die 3. Liga zum damaligen Zweitligaabsteiger Arminia Bielefeld verliehen wurde, um Spielpraxis zu erhalten. Seit seiner Rückkehr im Sommer 2015 ist er aber die unbestrittene Nummer eins beim SC und gehört seither zu den konstantesten Torhütern in der Bundesliga. Seine Erfolgsbilanz lässt sich sehen. Der inzwischen 27-jährige Schlussmann hütete in der Bundesliga 103-mal das Tor der Freiburger und bestritt insgesamt 144 Pflichtspiele für die Südbadener.

Seine Leistungen wecken internationales Interesse

Schwolows Top-Leistungen blieben natürlich den Scouts größerer Vereine nicht verborgen. Besonders am Ende der Saison 2017/18, als er vom Kicker mit der Gesamtnote 2,67 als Drittbester aller Bundesliga-Torhüter bewertet wurde, schienen die Zeichen auf Abschied zu stehen. Namen internationaler Spitzenklubs wie dem AS Rom, Paris St. Germain, dem AC Florenz sowie englischer Erstligisten schwirrten als mögliche Interessenten durch die Medienlandschaft. Zweifellos ließen diese klangvollen Namen auch Freiburgs Keeper nicht kalt: „Es ist schon verrückt, was man so liest. Das gibt mir das tolle Gefühl, dass ich nicht so viel verkehrt mache“, bekannte Schwolow im Interview mit Goalguard. Auch war er gedanklich nicht ganz abgeneigt, den nächsten Karriereschritt zu machen und den Weg seiner Vorgänger im Freiburger Tor (Oliver Baumann, Roman Bürki) einzuschlagen, zu einem Klub mit internationalen Ansprüchen zu wechseln. "Das Ziel ist es natürlich immer, sich mit den Besten zu messen und auf einem Top-Niveau zu spielen. Ich habe mich damit noch nicht beschäftigt, aber gegen Saisonende werden wir uns zusammensetzen", äußerte Schwolow damals. Eines ist klar: Wer internationale Fußball-Luft schnuppern will, ist beim SC Freiburg wohl in den meisten Spielzeiten an der falschen Adresse.

Schwolow setzt auf andere Werte

Vielleicht fehlte es Schwolow an einem passenden Angebot, das ihn von einem Abschied aus Freiburg überzeugt hätte. Denn für ihn war immer klar, dass auch alles passen muss, wenn er den Schritt ins Ausland wagt. Aber er ist der Typ Mensch, der durchaus zu schätzen weiß, was er bereits jetzt erreicht und wie viel er dem Verein zu verdanken hat. „Klar, es gibt immer andere Möglichkeiten, aber es gibt auch sehr gute Gründe, da zu bleiben, wo man gerne ist", sagte Schwolow. Dass er in Freiburg gerne ist und sich wohlfühlt, hat er schon des Öfteren betont. Und weil ihm die Bodenständigkeit nicht abhandengekommen ist, weiß er sehr genau, was ihm der Standort Freiburg Besonderes zu bieten hat: Ein eingeschweißtes Team mit einigen Weggefährten, die er bereits seit der Jugend kennt, einen Kult-Trainer, der ihm absolut das Vertrauen schenkt, eine familiäre Vereinsatmosphäre mit ein Umfeld im Verein und den Fans, in dem er große Wertschätzung erfährt. Durchaus gute Argumente, um sich länger an einen Verein zu binden. Zudem ist Schwolow aufgrund der vielen Jahre, die er schon in Freiburg ist, emotional eng mit der Stadt verbunden. „Ich habe dort mein Abitur gemacht und die meisten meiner Teenagerjahre verbracht. Das prägt einen natürlich. Ich fühle mich in Freiburg zu Hause. Außerdem schätze ich den Standort sehr, weil der gesamte Verein sympathisch und bodenständig ist. Man kann dort in Ruhe arbeiten, weil nicht jeden Tag mehrere Zeitungen versuchen, irgendwelche Storys zu machen. Das ist alles sehr positiv für uns. Zudem sind um uns herum tolle Leute am Werk“, äußerte er im vergangenen Sommer in einem Interview mit unserer Internetseite. Auch der Verein schätzt die professionelle Arbeitseinstellung und das Leistungsvermögen seines Schlussmanns, wie SC-Vorstand Jochen Saier im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung zum Ausdruck brachte: "Einer der Gründe für die Verlängerung ist zweifellos der lange gemeinsame Weg und die hohe gegenseitige Wertschätzung. Alex ist ein großer Rückhalt unserer Mannschaft. Seine Professionalität und Zuverlässigkeit strahlen aus."

Freiburg und Schwolow, das passt offensichtlich. Ob der 27-jährige Schlussmann seine internationalen Ambitionen mit der Vertragsverlängerung endgültig begraben hat, wird die Zukunft zeigen. Da sich der SC Freiburg weder zur Vertragsdauer noch zu Vertragsinhalten äußert, kann über seinen weiteren Karriereweg nur spekuliert werden. Mit der Verlängerung seines Vertrages sichert Schwolow aber sicherlich seinem Ausbildungsverein bei einem Wechsel zu einem größeren Klub eine adäquate Ablösesumme. Und sollte ein Wechsel mittelfristig nicht zustande kommen, dürfen sich Schwolow und der SC Freiburg noch auf weitere schöne Jahre der Zusammenarbeit und gegenseitigen Wertschätzung freuen.

Blickpunkt1. BundesligaAlexander SchwolowSC Freiburg

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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