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Die meisten Ballkontakte in einem Fußballspiel haben in der Regel Mittelfeldspieler. So ist es auch bei der WM 2018 in Russland. Der deutsche Chefstratege Toni Kroos kam in den drei Begegnungen der Vorrunde auf insgesamt 363 Ballkontakte. Das entspricht einem Durchschnittswert von 121 Ballkontakten pro Spiel. Er liegt damit in der Spitzengruppe der Spieler mit den meisten Ballkontakten bei der WM. Aufgrund seiner Spielposition ist er zwangsläufig stark in den Spielaufbau seines Teams eingebunden. Natürlich kommen Torhüter als letzter Mann ihres Teams nicht annähernd auf solche Werte. Trotzdem erreichen sie oft höhere Werte als z.B. mancher ihre Stürmerkollegen. Der mexikanische Stürmerstar und Ex-Leverkusener Chicerito kam z.B. nur auf 29 Ballkontakte oder der polnische Bayern-Star Roman Lewandowski auf 35 Ballkontakte pro Spiel. Wir haben für euch die verschiedenen Werte der WM-Torhüter untersucht. Uns interessierte, ob es große Unterschiede bei der Anzahl von Ballkontakten unter dem WM-Torhütern gab und welche Torhüter besonders viele bzw. besonders wenige Ballkontakte hatten. Um die Torhüter untereinander mit der gleichen Anzahl an Spielen vergleichen zu können, haben wir die Werte der WM-Vorrunde erfasst und ausgewertet.

Ballkontakte der Torhüter in der Vorrunde

Der Torhüter mit den insgesamt meisten Ballkontakten war der Schweizer Torhüter Yann Sommer, der in der Bundesliga das Tor von Borussia Mönchengladbach hütet. In den drei Spielen der Vorrunde kam er auf insgesamt 127 Ballkontakte. Das entspricht einem Durchschnittswert von 42,3 pro Spiel. Nahezu gleich viele Ballkontakte hatte auch der der Australier Ryan (126) gefolgt von Thibaut Courtois (Belgien, 119) sowie Manuel Neuer (Deutschland) und Keylor Navas (Costa Rica) mit jeweils 115 und Ochoa (Mexiko) mit 110 Ballkontakten. Das sind im Durchschnitt bei Courtois 39,6, bei Neuer und Navas 38,3 und bei Ochoa 36,6 Ballkontakte pro Spiel.

Insgesamt hatten alle WM-Torhüter zusammengefasst in den drei Spielen der Vorrunde im Durchschnitt 92,40 Ballkontakte. Das entspricht einem Wert von 30,8 Ballkontakten pro Spiel.

Innerhalb der Torwartgilde gab es aber teils beträchtliche Unterschiede. So erreichten z.B. David de Gea (Spanien) mit 63 (= 21 pro Spiel) und Alisson (Brasilien) mit 62 (= 20,6 pro Spiel) Ballkontakten in den drei Vorrundenspielen nicht einmal die Hälfte der Ballkontakte von Sommer & Co.

Aussagekraft der Werte

Diese Werte sagen selbstverständlich nichts über die tatsächliche Leistung der einzelnen Torhüter aus. Vielmehr sind sie meist Ausdruck dafür, wie stark ein Torhüter taktisch in das Spiel der Mannschaft eingebunden ist. Weil z.B. Yann Sommer ein spielstarker Torhüter ist, wird er von seinen Mitspielern immer wieder als Anspielpunkt und erster Aufbauspieler seiner Mannschaft gesucht. Außerdem entspricht es dem Spielsystem der Schweizer, vom Gegner eroberte Bälle häufig zuerst zum Torhüter zurück zu spielen, um das Spiel sicher und ruhig von hinten aufbauen zu können. Torhüter der Spitzenteams weisen hingegen in der Regel niedrigere Ballkontaktwerte auf, weil ihre Mannschaft als meist überlegenes Team häufig in der gegnerischen Hälfte agiert und deshalb die Torhüter weniger in die Ballzirkulation der Mannschaft eingebunden sind.

AnalyseWM 2018

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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