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Die große Fußballwelt schien für ihn weit geöffnet, als Yvon Mvogo im Sommer 2017 zum deutschen Bundesligisten RB Leipzig wechselte. Der in Kamerun geborene Schweizer galt als eines der großen Torwarttalente in Europa. Immerhin war er im Alter von 19 Jahren bereits zum Stammtorhüter beim Schweizer Spitzenklub Young Boys Bern aufgestiegen. Sechs Einsätze in der Champions-League-Qualifikation und 15 Spiele in der Europa League hatte er trotz seiner jungen Jahre schon vorzuweisen. Eine außergewöhnliche Karriere für einen so jungen Keeper.

Der kometenhafte Aufstieg des Yvon Mvogo

Zusammen mit seiner Mutter war er mit sechs Jahren in die Schweiz nach Fribourg gekommen. Aus deren Jugendabteilung wechselte er 2010 mit 16 Jahren in die Schweizer Hauptstadt zu Young Boys Bern. Bereits ein Jahr später war er ein Bestandteil der ersten Mannschaft. Sein Debüt in der Super League gab Mvogo für die Hauptstädter am 8. Dezember 2013 im Spiel gegen den FC Thun. Ab diesen Zeitpunkt löste er die Berner Torwartlegende Marco Wölfli ab, der 384 Spiele für die Hauptstädter bestritten und 11-mal für die Schweizer Nationalmannschaft aufgelaufen war. Den Verantwortlichen in den Schweizer U-Nationalmannschaften war das außergewöhnliche Talent Mvogos ebenfalls nicht entgangen. Spätestens ab der U17 war er ein fester Bestandteil der Nationalteams. 38 Einsätze in diversen Schweizer U-Mannschaften stehen bei ihm zu Buche.

Der kometenhafte Aufstieg des Nachwuchstorhüters weckte verständlicherweise das Interesse größerer Vereine. Aus der Bundesliga sollen neben RB Leipzig auch der SC Freiburg und Mainz 05 an einer Verpflichtung des Talents interessiert gewesen sein. Letztlich entschied sich Mvogo für die Sachsen und unterschrieb mit 22 Jahren bei RB Leipzig einen Vertrag über vier Jahre. Für Mvogo war „der Wechsel zu diesem ambitionierten Klub ein logischer Karriereschritt“. YB-Sportchef Christoph Spycher lobte Mvogo sogar als ein Musterbeispiel für die Entwicklung vom Talent zum Leistungsträger. „Ich finde es wichtig, dass Yvon Mvogo nicht schon beim erstbesten Angebot aus dem Ausland gegangen ist, sondern sich zuerst über eine längere Zeitdauer bei uns etabliert und starke Leistungen gezeigt hat. Er hat in dieser Saison noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht und ist nun bereit, im Sommer den Wechsel in die Bundesliga zu vollziehen“, sagte Spycher.

Sportliche Stagnation bei RB Leipzig

Seither ist sein weiterer sportlicher Aufstieg jäh unterbrochen. Bereits im dritten Jahr muss sich Yvon Mvogo als Nummer zwei hinter RB-Stammtorhüter Peter Gulasci einordnen. Von wenigen Unmutsbekundungen abgesehen, akzeptierte er bisher klaglos seine Situation. Er musste anerkennen, dass sein Konkurrent Gulasci seit Jahren überragende Leistungen abliefert und fraglos zu den besten Torhütern in der Bundesliga gehört. Es bestand also kein Grund zu einem Wechsel.

Mvogo hat immer wieder betont, dass er mit dem Reservistendasein in Leipzig nicht zufrieden ist. Bereits im vergangenen Sommer wollte der Schweizer Leipzig verlassen, Julian Nagelsmann überzeugte ihn damals aber vom Gegenteil und versprach ihm mehr Spielzeit. Aber auch unter dem neuen Trainer kam der 25-Jährige bis dato jedoch nur zu fünf Einsätzen.

Zeichnet sich im Sommer ein Wechsel ab?

Nun scheint für Mvogo aber die Zeit gekommen, sich Klarheit über seinen weiteren Karriereverlauf zu verschaffen. Wie die BILD-Zeitung berichtet, ist der Schweizer aktuell im Gespräch mit RB-Sportchef Markus Krösche über seine Zukunft. In den nächsten Wochen soll eine Entscheidung fallen. 2021 läuft Mvogos Vertrag aus. Der Leipziger Sportdirektor zeigt durchaus Verständnis für Mvogos Situation: „Klar, für ihn war es in den letzten Jahren keine einfache Situation, er ist ein sehr guter Torwart und hat einen Superjob gemacht, wenn er im Tor stand. Aber an Peter Gulacsi ist es eben schwer vorbeizukommen.“ Und ein Ende dieses Zustands ist nicht abzusehen, da sich der ungarische Nationaltorhüter und „Fußballer des Jahres in Ungarn“ mit 29 Jahren im besten Torwartalter befindet.

Mvogo muss zusammen mit seinem Berater Carlos Crespo entscheiden, ob er seinen bis 2021 datierten Vertrag auf der Auswechselbank von RB Leipzig aussitzt oder sich im Sommer einen neuen Klub sucht. Immerhin bietet sich RB im Sommer letztmals die Möglichkeit, ihn für gutes Geld mit entsprechender Ablösesumme zu verkaufen. An Interessenten für den Schweizer Nationaltorhüter dürfte es nicht fehlen.

Leipzig hat für den möglichen Abgang des Schweizer Ersatztorhüters im Sommer bereits vorgesorgt und in der Winterpause für 2,5 Millionen Euro Josep Martinez vom spanischen Zweitligisten Las Palmas verpflichtet. Der 21-jährige Schlussmann gilt in Spanien als großes Torwart-Talent. Er wird im Sommer in Leipzig erwartet und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024.

Vieles deutet deshalb auf einen vorzeitigen Abgang von Yvon Mvogo im Sommer hin. Nur fünf Einsätze wie in der laufenden Spielzeit dürften der 25-jährigen Schlussmann auf Dauer nicht zufrieden stellen. Geringe Spielzeiten sind der Entwicklung des Schweizer nicht förderlich und gefährden möglicherweise auch seine Rolle im Schweizer Nationalteam. Denn mit Jonas Omlin vom FC Basel steht bereits ein weiterer ernsthafter Konkurrent um das Erbe Yann Sommers bereit.

BlickpunktYvon MvogoRB Leipzig1. Bundesliga

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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