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Seit Juni dieses Jahres hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft mit Simon Panter einen neuen Torwarttrainer. Zusammen mit Steffi Jones und Co-Trainer Markus Högner bildet er zukünftig die sportliche Leitung im Frauen-DFB-Team. Neben akribischen Torwarttrainer-Ausbildungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden bis hin zum Abschluss des Uefa-Torwarttrainer-A-Diploms sammelte Simon Panter viele Jahre lang praktische Erfahrung als Torwart-Trainer beim Frauen-Bundesligisten SC Sand sowie beim baden-württembergischen Oberligisten SV Oberachern. Seit mehreren Monaten arbeitet er außerdem als Mitarbeiter für unsere Internetseite. Wir haben uns mit Simon Panter über seine neue Tätigkeit und seinen Aufgabenbereich sowie über die bevorstehende Frauen-EM in den Niederlanden unterhalten.

Artur Stopper Simon, nachdem du fünf Jahre lang die Torhüterinnen des Frauen-Bundesligisten SC Sand trainiert hast, übernimmst du nun das Torwarttraining der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Überwiegt bei dir im Moment die Vorfreude auf deine neue sportliche Tätigkeit oder der Abschiedsschmerz von deinem bisherigem Verein, dem SC Sand?

Simon Panter Die Vorfreude auf die kommende Aufgabe ist riesengroß. Ich habe bei der Frauen-Nationalmannschaft um Bundestrainerin Steffi Jones ein klasse Team vorgefunden, das mich vom ersten Moment an hervorragend aufgenommen hat. Hinzu kommt, dass ich mich sowohl fachlich als auch strukturell weiterentwickeln werde. Natürlich vergesse ich die fünf Jahre beim SC Sand nicht so einfach. Es war eine tolle und lehrreiche Zeit für mich. Ich habe dem SC Sand sehr viel zu verdanken und möchte einfach Danke sagen für alles.

Artur Stopper Die Arbeit für die Nationalmannschaft unterscheidet sich vom täglichen Trainingsalltag bei einem Verein. Welche Aufgaben außer den Trainingseinheiten vor Länderspielen gehören zu deinem neuen Aufgabenfeld?

Simon Panter Eine meiner Hauptaufgaben ist sicherlich die Beobachtung der Torhüterinnen in der Allianz Frauen-Bundesliga. Auf dieser Grundlage findet dann ein ständiger Austausch mit den Torhüterinnen und deren Torwarttrainer statt. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt meiner Arbeit ist es, zusammen mit Silke Rottenberg die Nachwuchs-Torhüterinnen weiterzuentwickeln.

Artur Stopper Was reizt dich an deiner neuen Tätigkeit besonders?

Simon Panter Einfach alles, vor allem aber die sehr professionelle Arbeitsweise. Es wird nichts dem Zufall überlassen, ob organisatorisch oder im Trainingsbetrieb. Alles ist genau aufeinander abgestimmt. Natürlich ist es für mich auch etwas Besonderes, zukünftig mit den besten Torhüterinnen in Deutschland zusammenzuarbeiten.

Artur Stopper Seit Jahren hast du neben den Torhüterinnen des SC Sand auch die Torhüter des baden-württembergischen Oberligisten SV Oberachern trainiert. Du hast also Erfahrungen im Männer- wie im Frauentraining. Müssen Frauen anders trainiert werden als Männer?

Simon Panter Die Übungsformen selbst unterscheiden sich nicht, allerdings muss die Intensität der Übungen an das jeweilige Geschlecht angepasst werden.

Artur Stopper In welchen Bereichen des Torwarttrainings siehst du die größten Unterschiede zwischen Männer und Frauen?

Simon Panter Die hauptsächlichen Unterschiede liegen meiner Meinung nach im physischen und athletischen Bereich.

Artur Stopper Die 146-malige National- und Welttorhüterin von 2013 Nadine Angerer war über viele Jahre die überragende Torhüterin in der Welt und das Aushängeschild der Frauen-Nationalmannschaft. Gibt es junge talentierte Torhüterinnen in Deutschland, denen du einen ähnlichen Weg zutraust?

Simon Panter Da ich erst ein Mal bei einem DFB-Torhüterinnen-Stützpunkt dabei war, konnte ich mir noch kein genaues Bild von allen Torhüterinnen machen. Daher kann ich diese Frage nur schwer beantworten.

Artur Stopper Im Sommer findet in den Niederlanden die Fußball-EM der Frauen statt. Welche Teams erwartest du als schwierigste Gegner auf dem Weg zur Titelverteidigung?

Simon Panter Wir wollen Europameister werden, deshalb muss man auf jeden Gegner top vorbereitet sein, denn in einem Turnier entscheiden meist Kleinigkeiten. Daher wird uns in jedem Spiel alles abverlangt werden.

Artur Stopper Simon, wir wünschen dir für deine neue Tätigkeit viel Freude und Erfolg und bedanken uns dafür, dass du dir Zeit für uns genommen hast.

InterviewSimon Panter

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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