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In diesem Sommer wurden von den IFAB (International Football Association Board) einige neue Regeln für die kommende Saison eingeführt. Eine davor war, dass der Ball bei Abstößen und Freistößen den Strafraum nicht mehr verlassen muss. Die einzige Einschränkung war, dass der Ball mit dem Fuß gespielt werden und sich eindeutig bewegen muss. Der Gegner muss dabei einen Abstand von mindestens 9,15 Meter einhalten.

Regeländerungen fördern Kreativität

Wie bei jeder Regeländerung ist die Kreativität der Trainer gefragt, die neue Möglichkeit sinnvoll oder als Überraschungsmoment in die eigene Spielweise einzubauen. Eine kreative Ausführung der neuen Regel, die allerdings wohl nicht im Sinne der IFAB ist, führte erstmals Benfica Lissabon in einem Vorbereitungsspiel gegen den AC Mailand aus. Neuerdings ist diese Variante aber auch im deutschen Profi-Fußball zu beobachten. Manuel Riemann, Stammtorwart beim Zweitligisten VfL Bochum, wandte den Trick im Spiel gegen Arminia Bielefeld an, seine Gegenüber Stefan Ortega kopierte ihn daraufhin. Bereits eine Woche zuvor konnte man den Trick bei Halles Schlussmann Kai Eisele in der 3. Liga sehen.

Der Lupfer-Kopfball-Trick und seine Vorteile

Der Trick ist denkbar einfach: Der Torwart lupft den Ball von der Abstoßlinie zu einem Verteidiger, der den Ball per Kopf zurückspielt, so dass der Torwart den Ball in die Hand nehmen kann. Da der Gegner mindestens 9,15 m entfernt stehen muss, ist ein Zustellen und schnelles Unter-Druck-setzen des Torwarts oder der angespielten Verteidiger sinnvoll geworden. Der Gegner kann also keinen Pressing mehr bei der Spieleröffnung ausüben. Ein weiterer Vorteil kommt hinzu: Der Torwart kann nach dem Fangen des Balles im Gegensatz zum Bodenabstoß mehrere Optionen, das Spiel zu eröffnen. Er kann sich zusätzlich einen Abwurf oder Handabschlag durchführen oder den Ball einem Mitspieler zurollen, und das von der Strafraumgrenze statt bisher von der Torraumlinie aus.

Abstoß muss Abstoß bleiben!

Diese Art der Spieleröffnung hatten sich die Regelhüter bei ihrer Regeländerung als mögliche Variante nicht vorgestellt. Deshalb soll die Regel neu diskutiert und zukünftig unterbunden werden mit der Begründung, dass ein Abstoß ein Abstoß bleiben muss. Doch schon jetzt lohnt sich die Ausführung des Tricks nicht mehr. Denn bis zur offiziellen Regelkorrektur soll der Abstoß bereits jetzt wiederholt werden, wenn der Abstoß-Lupfer angewandt wird. Auf eine Bestrafung des Torhüters wird vorerst aber noch verzichtet. Weiter spannend bleibt aber, welche anderen Spielarten sich Trainer einfallen lassen, um die neue Regel zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Torwartspiel

Artur Stopper

Artur Stopper

Über den Autor

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

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