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  • Früher unterstellte man Torhütern gerne, dass sie sich nur deshalb für die Position zwischen den Pfosten entschieden hätten, weil sie entweder zu schwergewichtig oder lauffaul seien. Wenn diese These jemals ihre Richtigkeit hatte, sind diese Zeiten heutzutage vorbei. Denn mit Hilfe von festinstallierten Kameras wurden die Laufwege von Torhütern vor Jahren untersucht. Das verblüffende Ergebnis: Torhüter bewegen sich in einem Spiel durchschnittlich 5 – 6 km. Der italienische Sportwissenschaftler Valter Di Salvo von der Universität Rom Torhüter analysierte vor einigen Jahren in 109 Spielen der englischen Premier League 62 Torhüter von 28 Mannschaften. Dabei kam er zum Ergebnis, dass ein Torwart in Englands Eliteliga pro Spiel durchschnittlich 5,611 Kilometer zurücklegt. Diese Distanz entspricht ungefähr der Hälfte der Laufstrecke von Feldspielern. Anders als ihre Mannschaftskollegen absolvieren Torhüter fast drei Viertel der zurückgelegten Distanz allerdings nur im Schritttempo. Nur rund hundert Meter der Strecke rennen sie mit einer Geschwindigkeit von mehr als 19,8 Kilometer pro Stunde.

    Warum laufen Torhüter heutzutage so viel?

    Das Torwartspiel hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Früher bestand die eigentliche Aufgabe des Torhüters darin, sein Tor zu verteidigen, um einen Torerfolg des Gegners zu verhindern. Dies ist natürlich auch heute noch die primäre Aufgabe eines Schlussmannes. Aber durch veränderte Spielsysteme sind weitere Aufgabenbereiche hinzugekommen. Das moderne Torwartspiel hat sich verändert. So muss ein Torwart bei den jeweiligen Spielsituationen mitgehen und mitverschieben. Oftmals fungiert er als Anspielstation und bietet sich für Rückpässe an.

    Eine weitere Aufgabe kommt dazu. Um bei einer Viererabwehrkette die zwischen die Nahtstellen der Abwehr in die Tiefe gespielte Bälle zu verhindern, steht ein moderner Torhüter oft 20 – 30 m vor seinem Tor. Er lauert sozusagen wie ein Tiger darauf, diese Bälle schon abzufangen, bevor sie gefährlich werden. Manuel Neuer hat diese neue Spielweise bei der WM 2014 in Brasilien im Spiel gegen Algerien anschaulich demonstriert. Jeder Fußballfan wird sich noch daran erinnern, wie er den Libero einfach um eine Position nach hinten verlagert hat, als Torwart die früher übliche Libero-Position übernommen hat und dadurch torgefährliche Aktionen des Gegners im Vorhinein verhinderte. „Ich glaube, nur der Franz hat das besser gemacht“, scherzte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke in Anspielung auf den Beckenbauer-Part aus den 70er Jahren nach dem Spiel.

    Ein Torwart muss aber heute nicht nur mehr laufen, sondern auch oft sprinten. Noch einmal kann das Achtelfinal-Spiel gegen Algerien als Beleg zweier unterschiedlicher Torwart-Philosophien herangezogen werden. Algeriens Schlussmann Rais M`Bolhi (32), ein Vertreter der alten Torwartschule, begnügte sich mit ca. zwei Kilometer weniger Laufleistung als sein Gegenüber. Auch hatte er keine 19 Ballkontakte außerhalb des Strafraums und sprintete nicht siebenmal wie Manuel Neuer. Dafür bekam er 22 Torschüsse auf sein Gehäuse, sein deutscher Kollege hingegen nur sieben. Bei einem insgesamt ausgeglichenen Spiel ein beträchtlicher Unterschied, der zeigt, wie viele Chancen der deutsche Schlussmann durch geschicktes Ablaufen der Bälle bereits im Vorfeld verhindern konnte. Wenn man also all die neuen Aufgaben, die ein Torhüter im modernen Torwartspiel zu leisten hat, bedenkt, versteht es sich von selbst, dass der Torhüter eine bedeutend höhere Laufleistung und häufigere Sprints absolviert als in früheren Zeiten. Trotzdem sind Ausdauer und Schnelligkeit nur nachrangige Kriterien für die Arbeit im Strafraum. Nach wie vor sind Explosivität, Technik, Sprungkraft, Strafraumbeherrschung und taktisch richtiges Verhalten wichtiger für ein gutes Torwartspiel.

    Laufleistungen der Torhüter in der Vorrunde der Saison 2017/18

    Die Laufstrecke eines Torhüters gibt selbstverständlich keinen Aufschluss über seine Gesamtleistung im Spiel, da die Laufleistung kein entscheidender Faktor im Torwartspiel ist. Außerdem ist sie stark abhängig vom jeweiligen Spiel, d.h. wenn die eigene Mannschaft überlegen ist, wird ein Torwart in der Regel weniger laufen müssen, als wenn die Abwehr unter Druck gerät. Trotzdem ist es interessant, einmal einen Blick auf die Laufleistungen der Keeper zu werfen. Wir haben dazu die Vorrunde der laufenden Saison 2017/18 ausgewählt. Aus den öffentlich zugänglichen Laufleistungen der Torhüter in den bisherigen 17 Spielen der Vorrunde haben wir die durchschnittliche Laufleistung jedes Bundesliga-Torhüters ermittelt. Noch einmal: Die Laufleistung sagt nichts über die Einstellung oder Qualität eines Torhüters aus, denn die Laufleistung ist meist abhängig vom jeweiligen Spielsystem der Mannschaft oder davon, welche Philosophie des Torwartspiels der jeweilige Cheftrainer vertritt. Diese Zahlen sollen lediglich einen Hinweis darauf geben, welche Laufleistung heutzutage von den Torhütern gefordert ist.

    Analyse

    Artur Stopper

    Artur Stopper

    Über den Autor

    Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

  • Die Verarbeitung von Rückpässen gehört heute zum Standard jedes Profitorhüters. Doch eines zeigte auch die EM deutlich: Nicht alle Torhüter beherrschen das Spiel mit dem Fuß zu gleichen Maßen. Während der eine Schlussmann den Ball ruhig und sicher in den Ballbesitz seiner Mannschaft einbaut, gerät ein anderer manchmal unter Druck und spielt das Spielgerät unkontrolliert nach vorne oder zum Gegner. Manchmal geschieht dies, wenn der Gegner den Torhüter unter Druck setzt und er daher wenig Zeit hat, den Ball gut zu verarbeiten. Manchmal ist es aber einfach ein schlechter erster Ballkontakt, der den Torhüter unter Zeitdruck bringt und ein kontrolliertes Aufbauspiel verhindert. Was muss ein Torhüter in Abstimmung mit seinen Mitspielern beachten, dass er einen Rückpass gut verarbeiten kann?

    Eine typische Rückpasssituation

    In der folgenden Grafik ist eine typische Rückpasssituation dargestellt, wie sie häufiger im Spiel auftritt.

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    Torwartspiel

    Artur Stopper

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    Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

  • Jahrzehntelang beschränkte sich die Aufgabe eines Torhüters fast ausschließlich auf die Torverteidigung. Inzwischen jedoch hat sich sein Aufgabenbereich deutlich erhöht. Heutzutage fungiert er unter anderem als weiterer Anspielpunkt, um den Ball in den eigenen Reihen zu behaupten und zu kontrollieren oder gegenüber dem Gegner eine Überzahl herzustellen. Diese neu hinzugekommenen Aufgaben verschaffen ihm neben der Ballkontrolle innerhalb der eigenen Mannschaft aber auch die Möglichkeit, sich am Spielaufbau seines Teams zu beteiligen und nach Möglichkeit mit intelligenten Lösungen den Spielaufbau zu bereichern oder den Gegner zu überraschen. Dafür muss er sein Torwartspiel an das Spielverhalten der Mannschaft anpassen. Doch wie hoch sollte ein Torhüter eigentlich stehen, um seiner Mannschaft entsprechend helfen zu können?

    Wie so oft gibt es auch in dieser Frage nicht die allein richtige Antwort. Vielmehr geht es darum zu definieren, welches Ziel der Trainer mit der Positionierung des Torhüters verfolgt. Will er ihn als zusätzlichen Aufbauspieler einbauen oder soll er eher der Mannschaft als Anspielstation dienen, um weiterhin den Ball zu kontrollieren und in Ballbesitz zu bleiben. Nach dieser Schwerpunktsetzung muss der Schlussmann sein Verhalten ausrichten. Grundsätzlich spricht man von einer tiefen, einer mittleren und einer hohen Torwartpositionierung. Was damit gemeint ist, versuchen wir euch im Folgenden mit Hilfe von Grafiken zu erklären.

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  • Seit der Torhüter als elfter Feldspieler in das Pass- und Aufbauspiel seiner Mannschaft eingebunden ist, werden von ihm Fähigkeiten verlangt, die Torhüter früherer Generationen nicht erfüllen mussten. Inzwischen nimmt in einem Spiel nicht mehr das frühere Kerngeschäft des Torhüters, nämlich das Halten von Bällen, den größten Raum ein, sondern seine Aufgaben als elfter Feldspieler: Ballbesitz schaffen durch Überzahl, Bälle sichern durch Rückpässe zum Torhüter, das Einbeziehen des Keepers in das Aufbauspiel seiner Mannschaft. Untersuchungen zeigen, dass Mitspielaktionen inzwischen ca. 30 % der Torhüteraktionen während eines Spieles ausmachen. Fußballerische Fähigkeiten sind also eine Kernkompetenz im modernen Torwartspiel. Damit der Torhüter nach Rückpässen möglichst wenig Gegnerdruck bekommt und Bälle gut und sicher schnell verarbeiten kann, muss er vor allem eine Voraussetzung beherrschen: den ersten Ballkontakt. Doch worauf muss der Keeper beim Erstkontakt achten? Wir sagen es euch.

    Der erste Ballkontakt ist entscheidend …

    Rückpässe zum Torhüter gehören heute zum festen Bestandteil in der Spieltaktik einer Mannschaft. Sie werden eingesetzt, um den Ball gegen attackierende gegnerische Spieler durch Überzahl innerhalb der eigenen Reihen zu behaupten, das Spiel von einer auf die andere Spielhälfte zu verlagern oder die gegnerische Mannschaft in eine Vorwärtsbewegung zu bringen.

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  • Die Verarbeitung von Rückpässen gehört heute zum Standard jedes Profitorhüters. Doch eines zeigte auch die EM deutlich: Nicht alle Torhüter beherrschen das Spiel mit dem Fuß zu gleichen Maßen. Während der eine Schlussmann den Ball ruhig und sicher in den Ballbesitz seiner Mannschaft einbaut, gerät ein anderer manchmal unter Druck und spielt das Spielgerät unkontrolliert nach vorne oder zum Gegner. Manchmal geschieht dies, wenn der Gegner den Torhüter unter Druck setzt und er daher wenig Zeit hat, den Ball gut zu verarbeiten. Manchmal ist es aber einfach ein schlechter erster Ballkontakt, der den Torhüter unter Zeitdruck bringt und ein kontrolliertes Aufbauspiel verhindert. Was ist aber ein guter erster Ballkontakt und wie funktioniert er? Wir sagen es euch!

    Eine typische Rückpasssituation

    Auf dem Foto ist eine typische Rückpasssituation dargestellt, wie sie häufiger im Spiel auftritt.

    Ein Mitspieler macht mit einer Drehung und einem Blick hin zum Torhüter deutlich, dass er die Mithilfe des Torhüters zu einem Rückpass sucht. Sobald der Torhüter den suchenden Blick des Mitspielers wahrnimmt, zeigt er dies durch seine Laufbewegung an. Je nach Situation kommt er entgegen, lässt sich fallen oder bietet sich seitlich an.

    Wie verarbeitet der Torhüter ein Rückpass am besten?

    Damit ein Rückpass erfolgreich und sicher gelingt, müssen verschiedene Aspekte erfüllt sein:

    a) Bereitschaft anzeigen und Distanz schaffen

    Steht der Torhüter - wie in der Abbildung - relativ weit vor dem Tor, wird er sich, wenn gegnerische Angreifer auf ich zulaufen, eher in Richtung Tor zurückfallen lassen, um so die Distanz zum Gegner zu vergrößern und dadurch mehr Zeit zu gewinnen. Steht er hingegen im Tor, macht er durch eine Vorwärtsbewegung deutlich, dass er zum Anspiel bereit ist.

    b) Torhüter muss die richtige Anspielposition finden

    Bereits in dieser Laufbewegung muss der Torhüter sich entscheiden, an welcher Stelle des Spielfeldes er sich für den Rückpass anbietet. Eines ist klar: Die optimale Position ist für ihn in der Mitte des Strafraums, denn nur von hier aus kann er das ganze Spielfeld nach beiden Seiten gleich gut überblicken. Ein weiterer Vorteil: Er hat für einem Pass nach beiden Seiten die gleichen Entfernungen und kann so seine Mitspieler auf beide Spielhälften gleich gut erreichen. Der Torhüter in der Grafik steht deshalb nicht optimal, denn er kann die linke Spielhälfte aufgrund seiner leicht verdrehten Position weniger gut wahrnehmen und hat einen längeren und damit unsichereren Weg zu einem Mitspieler auf dieser Spielfeldseite. Manchmal muss sich der Torhüter aber bewusst auf einer bestimmten Spielfeldseite anbieten, z.B. wenn er Gegnerdruck auf der anderen Spielfeldseite erhält.

    c) Pass richtig dosieren

    Entscheidend für ein Gelingen eines Rückpasses ist auch, dass der Ball mit dem richtigen Druck sowohl vom Mitspieler zum Torhüter als auch vom Torhüter zum Mitspieler gespielt wird. Denn ist der Ball zu sanft gespielt, braucht der Torhüter zu viel Zeit, um den Ball zu kontrollieren. Ist der Ball hingegen mit zu viel Druck gespielt, erschwert dies die Ballkontrolle. Ein schlecht dosierter Rückpass bringt den Torhüter also unnötigerweise in Schwierigkeiten. Deshalb muss das Ziel sein, Pässe so einfach als möglich zum Torhüter zurückzuspielen. Noch aus einem weiteren wichtigen Grund ist ein gelungener Rückpass zum Torhüter wichtig. Bei einem schwierigen Rückpass fehlt ihm die Zeit, das Spielfeld vorab gut zu scannen, um die bestmögliche Anspielstation schon zu erkennen, bevor er den Ball angenommen und weiterverarbeitet hat.

    d) Mitspieler müssen sich anbieten

    Noch ein Aspekt ist von Bedeutung, wenn ein Rückpass sicher in den eigenen Reihen gehalten werden soll. Sobald der Ball zum Torhüter gespielt wird, ist das das Zeichen für die Mitspieler, Anspielpunkte für den Torhüter zu schaffen. Am wichtigsten ist, dass sich die Außenverteidiger weit nach hinten fallen lassen, um so dem Torhüter Anspielstationen zu schaffen. Gleichzeitig bietet sich der Sechser im Zentrum zum Anspiel an. Wichtig ist auch, dass sich der Torhüter nach einem Pass auf einen Mitspieler ebenfalls wieder als Anspielstation bereithält.

    Rückpass

    Seit die Torhüter immer mehr über fußballspezifische Fähigkeiten verfügen, suchen sie zunehmend auch die äußeren Mittelfeldspieler oder sogar Stürmer als Anspielstationen. Allerdings muss sich der Torhüter dabei bewusst sein, dass längere Flugbälle gegenüber einem Kurzpass eher zu einem Ballverlust führen. Zudem sollte im besten Fall zuvor mannschaftsintern abgesprochen werden, wie durch bestimmte Laufbewegungen der Feldspieler Räume für lange Anspiele des Torhüters geöffnet werden können.

    e) Ballannahme mit Innenseite

    Ganz entscheidend für eine gute Verarbeitung eines Rückpasses ist die Ballannahme und die Verarbeitung des ersten Ballkontaktes. Wie dieser Erstkontakt gut gelingt, haben wir in einem anderen Artikel beschrieben. Der spanische Nationaltorhüter Unai Simon machte bei der EM 2020 eine unangenehme Erfahrung bei einem Rückpass. Ein Zuspiel seines Teamkollegen Pedri aus ca. 45 m berechnete er falsch, der Ball rollte an seinem Fuß vorbei ins leere Tor. Pannen passieren also auch auf höchstem Niveau. Im Hinblick auf die Verarbeitung von Rückpässen zeigt diese Szene eines deutlich: Bei jedem Rückpass muss der Torhüter hoch konzentriert sein, nur eine kurze Unkonzentriertheit kann zu einem schwerwiegenden Fehler führen und der Torwart zum Gespött der Zuschauer und Medien machen.

    Torwartspiel

    Artur Stopper

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  • Zu den Errungenschaften des modernen Fußballs gehört die Statistik. Nicht nur bei den Feldspielern, sondern auch beim Torhüter wird inzwischen vieles statistisch erfasst: Ballkontakte, gehaltene Bälle, Paraden, abgefangene Flanken, gespielte Bälle, Passwerte, um nur einige Aspekte zu nennen. Auch wenn der Aussagewert, zumindest in der eher undifferenzierten Form, in der man sie dem breiten Publikum darbietet, meist begrenzt ist, kann es trotzdem interessant sein, einmal zu erfahren, wie viele Ballkontakte ein Torhüter pro Spiel hat.

    Dazu haben wir die von Opta in der Hinrunde der Bundesliga-Saison 2021/22 erfassten Werte der einzelnen Bundesliga-Schlussmänner einmal genauer unter die Lupe genommen. Wir wollten wissen, wie sehr sich die Werte der verschiedenen Torhüter innerhalb der Bundesliga unterscheiden. Das wenig überraschende Ergebnis: Die Unterschiede sich teils gravierend. Doch welche Torhüter haben eigentliche die meisten Ballkontakte?

    Große Unterschiede pro Spiel

    Betrachtet man die Anzahl der Ballkontakte, die die Torhüter der Bundesligaklubs in 90 Minuten in der Hinrunde hatten, reichen die Werte vom niedrigsten Wert von nur 18 Balltontakten, die Leipzigs Schlussmann Peter Gulasci am ersten Spieltag bei der 1:0-Niederlage in Mainz erreichte, bis zum höchsten Wert von 79 Ballkontakten, die Bielefelds Keeper Stefan Ortega ebenfalls zum Saisonauftakt bei 0:0 gegen den SC Freiburg hatte.

    Als mitspielender Torhüter fiel Ortega noch ein weiteres Mal auf: Mit 76 Kontakten kam Ortega auch auf den zweithöchsten Wert in einem Spiel. Mit Manuel Riemann (VfL Bochum) mit 74 Ballkontakten und Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) mit 72 erreichten nur zwei weitere Torhüter einen Wert über 70 Ballkontakte in einem Spiel. Ortega und Riemann waren auch die einzigen Torhüter der Bundesliga, die in 6 von 17 Spielen über 60 Ballkontakte hatten. Diese Zahlen untermauern, weshalb Riemann und Ortega zurecht als fußballerisch besonders starke Keeper der Liga eingeschätzt werden. Leipzigs Schlussmann Peter Gulasci war hingegen der einzige Keeper, der in einem Spiel mit nur 18 Ballkontakten unter der Marke von 20 blieb. Spiele, in denen die Torhüter unter 30 Ballkontakten pro Spiel bleiben, sind eher selten. In nur sieben Spielen der 153 Partien der Vorrunde war dies der Fall.

    Die Ballmagneten unter den BL-Torhütern

    Neben den Einzelwerten an Ballkontakten pro Spiel lohnt sich auch ein Blick auf die Durchschnittswerte der einzelnen Schlussmänner. Die Analyse der verschiedenen BL-Torhüter in allen Spielen der Hinrunde ergab, dass nach siebzehn Spieltagen zwei Keeper in der Kategorie "Ballkontakte" ganz oben stehen: Stefan Ortega (Arminia Bielefeld) und Manuel Riemann (VfL Bochum). Mit durchschnittlich 56,8 Ballkontakten pro Spiel erreichte Riemann den höchsten Durchschnittswert aller Bundesligatorhüter, gefolgt von Ortega (55,6) und Oliver Baumann (51,7). Etwas höher als der Hoffenheimer liegt noch der Kölner Marvin Schwäbe, der allerdings nur fünf Bundesligaeinsätze in der Hinrunde vorweisen und daher nur bedingt mit seinen anderen Bundesliga-Kollegen verglichen werden kann.

    Die wenigsten durchschnittlichen Ballkontakte unter den Erstligatorhütern hatten Robin Zentner (Mainz 05, 36 Ballkontakte) und Peter Gulasci (RB Leipzig, 38,9). Das sind pro Spiel in etwa 20 Ballkontakte weniger als Riemann und Ortega. Berücksichtigt wurden nur Torhüter, die mehr als die Hälfte der Spiele in der Hinrunde absolviert haben.

    Was sagt die Anzahl an Ballkontakten eigentlich aus?

    Eines bleibt schon vorab festzustellen. Grundsätzlich sagt die Anzahl an Ballkontakten wenig aus über die Qualität eines Torhüters, sondern vielmehr darüber, welche Rolle ein Torhüter innerhalb des Spielsystems seiner Mannschaft spielt. Doch bei welcher Spielweise haben die Torhüter mehr, bei welcher weniger Ballkontakte?

    Eigener Ballbesitz kann ein probates Mittel sein, dem Gegner die Zeit für gefährliche Angriffe zu nehmen. Denn solange eine Mannschaft in Ballbesitz ist, kann der Gegner keine Angriffsaktionen einleiten. Dieses Mittel wird besonders erfolgreich gegen Ende eines Spiels eingesetzt, wenn dem Gegner nur noch wenig Zeit bleibt, den Spielstand zu verändern. Aber auch um ein Spiel zu beruhigen oder dem Gegner die Aggressivität zu nehmen, kann dieses taktische Mittel zum Erfolg beitragen. Mit dem Torhüter als zusätzlichem Anspielstation lässt sich der Ball besser kontrollieren. Die Folge: Wenn die Mannschaft vor allem den Ballbesitz in den eigenen Reihen zum Ziel hat, wird auch der Torhüter bei dieser Spielweise mehr mit dem Ball in Berührung kommen. Es gibt aber auch Mannschaften, die nach der Balleroberung den Ball gerne zum Torhüter zurückspielen, um das Spiel zu beruhigen und den Aktionsraum zu vergrößern, wenn der zu bespielende Raum zu eng wird. Auch bei dieser Variante erreicht der Keeper viele Ballkontakte.

    Ein Torhüter kann aber auch als Spieleröffner in seiner Mannschaft eingebunden sein. Er ist der einzige Spieler, der keinen Gegenspieler hat. Deshalb kann er den Ball in vielen Situationen ohne Gegnerdruck mit Übersicht lang nach vorne auf einen Angreifer spielen, zumal wenn das gegnerische Team weit aufgerückt ist und der Torhüter eine gute Spieleröffnung beherrscht. Diese besondere Fähigkeit zeigt in der Bundesliga vor allem der Bielefelder Stefan Ortega. Kein anderer Torhüter spielt lange Bälle mit so viel Druck, flacher Flugbahn und so platziert wie er. Nicht nur einmal hat er mit einem überragenden langen Pass ein Tor seiner Mannschaft eingeleitet. Wenn ein Torhüter auf diese Weise ins Spiel seiner Mannschaft eingebunden wird, hat dies beim Torhüter eine höhere Anzahl an Ballkontakten zur Folge.

    Ein Torhüter kann aber auch ins Angriffsspiel eingebaut werden. Mit Hilfe des Schlussmannes kann eine Überzahlsituation hergestellt werden, um mit nummerischer Überlegenheit eigene Angriffe in Überzahl besser ausspielen zu können. Viele werden sich noch an die Spielzeit 2017/18 erinnern, als Christian Tietz Mitte März nach der Entlassung von Bernd Hollerbach das HSV-Ruder übernahm. Der neue HSV-Trainer erwartete von seinem Torhüter Julian Pollersbeck, dass er offensiv mitspielt, auch außerhalb des Strafraums aktiv und maßgeblich an der Spieleröffnung der Hamburger beteiligt ist. Pollersbeck war also der elfte Feldspieler im System Titz. Der damalige HSV-Keeper spielte nahezu auf gleicher Höhe mit den beiden Innenverteidigern, um so eine Überzahlsituation zu schaffen. Er agierte also erster Aufbauspieler. Obwohl Tietz den HSV nicht mehr vor dem Abstieg retten konnte, sorgte er mit seiner taktischen Maßnahme für viel Aufsehen in Fachkreisen. Diese Definition des Torwartspiels führt zwangsläufig zu vielen Ballkontakten.

    Weniger Ballkontakte haben hingegen Torhüter, deren Teams mit aggressivem Pressing möglichst schnell bereits in der gegnerischen Spielhälfte den Ball erobern wollen und nach dem Ballgewinn den Ball möglichst schnell vertikal in die Spitze spielen, um so möglichst schnell zum Torabschluss zu kommen. Dieses Spielsystem pflegt z.B. RB Leipzig. Die Folge: RB-Schlussmann Peter Gulasci hat am zweitwenigsten Ballkontakte aller Bundesligatorhüter.

    Die Topwerte in der Bundesligageschichte

    Hohe Ballkontaktzahlen sind nicht neu. Der heutige Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen lieferte in seiner Gladbacher Zeit Topwerte in Serie: Für den Spitzenplatz reichen seine 92 Ballaktionen gegen Hertha 2011 aber nicht. Denn Yann Sommer schrammte Anfang September 2018 gegen den FC Augsburg nur knapp an der magischen Marke von 100 Ballaktionen vorbei. Seine 98 Momente mit Ball sind dennoch einsame Spitze.

    Torwartspiel1. Bundesliga

    Artur Stopper

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    Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

  • Das Torwartspiel hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Neben dem Kernbereich der Torverteidigung kamen für Torhüter viele zusätzlichen Aufgaben hinzu. Er muss Rückpässe verarbeiten können, eine zielgenaue Spieleröffnung beherrschen und im Spielaufbau oft als elfter Feldspieler agieren. Diese Erweiterung seiner Aufgaben hat bewirkt, dass ein Torhüter heutzutage deutlich mehr laufen muss als in früheren Zeiten. Doch wie lang ist eigentlich die Laufstrecke, die Bundesliga-Keeper im Durchschnitt während eines Spieles abspulen? Wie groß sind die Unterschiede unter den Bundesliga-Torhütern und welche Torhüter in der Bundesliga absolvieren besonders lange Laufwege? Wir können euch Antworten auf diese Fragen geben. Dazu haben wir die 17 Spiele der Hinrunde der aktuellen Bundesligasaison 2021/22 analysiert.

    Welche Bundesligatorhüter liefen in der Hinrunde am meisten pro Spiel?

    Weite Laufwege gehören inzwischen zum festen Bestandteil des Torwartspiels, denn Laufleistungen von über 6 km sind heutzutage keine Seltenheit mehr, wie ein Blick auf die Zahlen beweist. Die längsten Laufstrecken in der Hinrunde der laufenden Saison brachte FC Augsburg-Schlussmann Rafal Gikiewicz am 13. Spieltag und am 14. Spieltag hinter sich. Im Spiel gegen Hertha BSC lief er 6,71 km, gegen den VfL Bochum 6,61 km. Ihm am nächsten kam Manuel Neuer (Bayern München), der am 7. Spieltag bei der 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt 6,64 km unterwegs war. Auf den weiteren Plätzen folgen Andreas Luthe (Union Berlin) mit 6,50, Sascha Burchert mit 6,47, Timo Horn mit 6,46 km, wiederum Luthe mit 6,44 km, Riemann (VfL Bochum) und Sascha Burchert (SpVgg Fürth) mit je 6,36 sowie Koen Casteels (VfL Wolfsburg) mit 6,35 km.

    Insgesamt 41-mal wurde in den 306 Spielanalysen der Hinrunde der Wert von 6,00 km pro Spiel überschritten. 31-mal stand eine Vier vor dem Komma, in allen anderen 234 Spielen legten die Keeper eine Laufstrecke zwischen 5 und 6 km zurück.

    Doch was war eigentlich die geringste Laufstrecke, die ein Torhüter im bisherigen Saisonverlauf zurücklegte? Es war am 9. Spieltag, als BVB-Schlussmann Gregor Kobel beim 1:3-Auswärtssieg in Bielefeld gerade mal 3,15 km erreichte. Es sollte aber das einzige Spiel in der Hinrunde sein, in dem ein Torhüter unter einer Laufleistung von 4 km blieb. Diese geringe Laufstrecke ist aber auch für Kobel ungewöhnlich, denn in allen anderen Spielen lag er nie unter 5 km.

    Wer lief im Durchschnitt der Hinrunde am weitesten?

    Der Top-Läufer unter den Bundesligaspielen ist eindeutig Andreas Luthe, der Torhüter von Union Berlin. In nur zwei Partien (5,96 km, 5,88 km) lag der Union-Keeper knapp unter der Laufdistanz von 6 km, nämlich am 8. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg (5,96 km) und am 11. Spieltag in Köln (5,88 km) beim 2:2. In allen anderen 15 Partien hingegen lag er darüber. Kein anderer Schlussmann erreicht in dieser Häufigkeit ähnlich hohe Laufwerte. Andreas Luthe legt durchschnittlich 6,19 km pro Spiel zurück. Dem gegenüber steht eine andere Zahl. Immerhin neun und damit die Hälfte aller Torhüter lief in allen ihrer 17 Partien nie über 6 km.

    Wie die Grafik zeigt, liegt nur noch Fürths Schlussmann Sascha Burchert mit einer durchschnittlichen Laufleistung von 6,11 km pro Spiel über einem Durchschnittswert von mehr als 6 km. Da in der Statistik nur Torhüter berücksichtigt sind, die mehr als die Hälfte der Spiele in der Hinrunde absolviert haben, bleibt Stuttgarts Ersatztorhüter Fabian Bredlow in der Grafik unberücksichtigt. Aber in den vier Partien, die er für die Schwaben in dieser Saison bisher absolviert hat, lag nur er neben Luthe und Burchert mit 6,16 km in den vier Spielen als weiterer Keeper über dem Wert von über 6 km. Neben den beiden Genannten waren auch Rafal Gikiewicz (5,93 km) sowie Koen Casteels und Timo Horn mit jeweils 5,91 km gut zu Fuß. Die restlichen Torhüter fallen in ihren Laufleistungen gegenüber den Angesprochenen etwas ab, die meisten Bundesliga-Keeper laufen im Durchschnitt zwischen 5,0 und 5,7 km pro Spiel.

    Wieso gibt es diese Unterschiede?

    Dass sich die Laufleistungen manchmal deutlicher unterscheiden, hängt häufig vor allem mit dem Spielsystem zusammen, das der Cheftrainer bevorzugt. Zwangsläufig wird ein Torhüter wie Peter Gulasci sich weniger als Anspielstation anbieten müssen, weil sein Team darauf ausgelegt ist, den Ball möglichst schnell in der gegnerischen Hälfte zu erobern und dann den zügigen Torabschluss zu suchen. Dieses Angriffspressing hat zur Folge, dass sich der Ball seltener in der eigenen Spielhälfte befindet und dadurch der Torhüter weniger als Anspielstation eingebunden ist.

    Noch ein zweiter Aspekt fällt ins Auge: Abgesehen von Andreas Luthe von Union Berlin gehören alle Torhüter mit besonders hohen Laufwerten Mannschaften an, die in der Tabelle eher hintere Tabellenplätze belegen. D.h. die Laufleistung wird entscheidend davon beeinflusst, ob die eigene Mannschaft überlegen spielt oder eher in die Defensive gedrängt ist. Wie der Vergleich unter den Keepern zeigt, lässt sich diese Erkenntnis aber nicht verallgemeinern.

    Wie beurteilt Union-Torwarttrainer Michael Gspurning die Laufwerte von Andreas Luthe?

    Auch für Union-Torwarttrainer Michael Gspurning fließen unterschiedliche taktische Systeme in die Laufwerte mit ein. Aber für ihn sagen diese Zahlen vor allem etwas darüber aus, ob und wie stark ein Torhüter sein Positionsspiel laufend an die Mannschaft anpasst. Deshalb nimmt er die erfassten Daten als Grundlage und Anlass zu beobachten, ob und wie sich seine Torhüter sowohl mit Ball als auch gegen den Ball der Bewegung der Mannschaft anpassen und den Abstand zur Abwehrkette halten.

    Auch könnten diese Zahlen für ihn ein Hinweis darauf sein, ob und wie sich ein Torhüter bei Rückpässen anbietet. Statistische Zahlen sind für ihn also nur eine Orientierung, nicht mehr. „Wenn sich ein Torhüter so clever verhält, dass er immer connected ist mit der Viererkette und sich bei Rückpässen gut anbietet, dann kann er auch gerne nur 4,9 km laufen. Dann sehe ich diesen Wert nur als Zahl.“ Eines zeigt aber der hohe Laufwert von Andreas Luthe auf jeden Fall: Die Anpassung an das Verhalten der Mannschaft scheint bei Union Berlin besonders gut gelungen und ausgebildet zu sein.

    Für Gspurning ist es außerdem eine Frage des Typs, ob ein Torhüter viel oder weniger läuft. Es gebe Torhüter, die von ihrem Naturell laufbereiter sind oder - wie speziell im Fall Luthe - nach dem Pass gerne noch einige Meter mitgehen, während andere Torhüter stehen bleiben. Dieses vorrückende Verhalten ist für ihn aber nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal, denn „der andere Stil kann genauso effizient sein.“

    In einem ist sich Michael Gspurning aber sicher: Hohe Laufwerte sind vor allem ein Zeichen dafür, dass der Torhüter ständig online ist und konzentriert im Spiel bleibt. Fakt ist auch, dass die Laufwerte der verschiedenen Bundesliga-Keeper ein Hinweis auf ihr Spielverhalten sein können, aber nichts über die Qualität der Torhüter aussagen.

    Analyse1. Bundesliga

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    Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

  • Real Madrid steht im Viertelfinale der Champions League. Lange Zeit sah es im Spiel gegen Paris St. Germain aus, als würden sich die Franzosen im Achtelfinale gegen die Königlichen durchsetzen, denn insgesamt waren die Franzosen im ersten Durchgang das bessere Team und riss mit viel Ballbesitz die Begegnung an sich. Völlig verdient gingen sie deshalb in er 39. Minute durch ein Tor von Mbappe in Führung. Auch im zweiten Durchgang wirkte Real zunächst ideenlos, bis sie PSG-Schlussmann Gianluigi Donnarumma durch einen Fehler wieder ins Spiel zurückholte und Real die entscheidende Wende schaffte. Goalguard analysiert, wie Donnarumma dieser Fehler passieren konnte.

    Was war passiert?

    Es war die 61. Minute. Nachdem die Pariser von Real auf Höhe der Mittellinie unter Druck gesetzt werden, spielt Verratti (6) einen kurzen Rückpass auf Kimpembe (3), der den Ball nach weiterem Pressing des Gegners aus ca. 32 m auf seinen Torhüter Gianluigi Donnarumma zurückspielt. Benzema (9) erkennt die Situation läuft sofort den italienischen Nationaltorhüter an. Als der Franzose auf Höhe der Strafraumgrenze wahrnimmt, dass Donnarumma den Ball mit dem rechten Fuß annimmt, sprintet er in höchstem Tempo auf den Torhüter zu. Von der plötzlichen Attacke überrascht, spielt Donnarumma den Ball nicht mit dem Erstkontakt weiter, sondern legt ihn vom linken auf den rechten Fuß, um ihn mit seinem stärkeren Fuß zu Hakimi (2) passen zu können. Inzwischen erreicht ihn aber Benzema und rempelt ihn in dem Moment, als er den Ball spielen will. So trudelt der Ball parallel zur Torauslinie am Kasten vorbei in Richtung 5-m-Linie, wo ihn Vinicius aufnimmt und auf Bezema zurückpasst, der mittig ca. 6 m vor dem Tor wieder in Position gelaufen ist und den Ball unbedrängt flach ins Tor der Pariser einschieben kann.Gianluigi Donnarumma beschwert sich vehement, er hätte gerne einen Freistoß gehabt. Am sechsten Saisontor in der Königsklasse von Benzema ändert das nichts, es gibt vielmehr Gelb wegen Meckerns gegen den Europameister-Torwart. Wenig überraschend war diese Attacke für PSG-Trainer Pochettino und die Pariser Verantwortlichen ein "klares Foul". Benzema widersprach dieser Ansicht nach der Partie: „Das war nichts. Kein Foul. Einfach nur Pressing.“ Der Schiedsrichter jedenfalls ließ die Partie weiterlaufen.

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    AnalyseGianluigi DonnarummaParis Saint-GermainLigue 1

    Artur Stopper

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    Mit über 25 Jahren Erfahrung als Torwarttrainer weiß Artur, wie Torhüter ticken. Deshalb bevorzugt er Themen, die die Welt der Torhüter ausmachen: Vereinswechsel, Tiefschläge, Pechsträhnen, Höhenflüge, Emotionen, Ersatzbank, Halbgötter, Erfolge.

  • Seit der Einführung der Rückpassregel sind Rückpässe zum Torhüter ein fester Bestandteil jedes Fußballspiels. Wenn die Mitspieler unter Gegendruck geraten, suchen sie oft den Torhüter als Anspielstation. Damit der Ball gut verarbeitet wird und eine erfolgreiche Spielaufbau gelingt, müssen einige Aspekte beachtet werden, die das Zusammenspiel des Torhüters und seiner Mitspieler betreffen.

    Eine typische Spielsituation, die sich in jedem Spiel mehrfach beobachten lässt: Ein Abwehrspieler im Ballbesitz bekommt Druck von seinem Gegenspieler. Da er deshalb das Spiel nicht nach vorne fortsetzen kann, dreht er nach hinten ab und sucht über einen Rückpass die Hilfe des Torhüters. Wenn der Torhüter die Absicht des Mitspielers erkennt, bietet er sich zum Rückpass an. Doch wie macht er das am besten, um seinem Mitspieler helfen zu können und sich dabei selbst nicht unter Druck zu bringen?

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    Torwartspiel

    Artur Stopper

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